Eins ist mir klar geworden.
Imkerin wird man nicht über Nacht!
Stefanie Künzi

Hallo
Mein Name ist Stefanie Künzi und ich wohne mit meinem Mann und unseren beiden Kindern in einem Einfamilienhaus in Aarwangen. Wir haben einen Hund und zur Zeit 5 Zwerghühner. Beruflich arbeite ich Teilzeit im Büro und hatte eigentlich so gar nichts mit Bienen zu tun. Jedoch habe ich mich schon immer sehr gerne in der Natur aufgehalten und mich für Tiere und Pflanzen interessiert.
Also habe ich mich eines schönen Tages für den Imkergrundkurs angemeldet. Und siehe da, nun halte ich nach dem 2-jährigen Grundkurs mein Diplom in den Händen. Und ich bin mega stolz darauf!
In der Zwischenzeit habe ich sogar auch schon den Vermehrungskurs absolviert und auch die Betriebsprüfung für das Goldsiegel habe ich erfolgreich bestanden. Das bedeutet, dass ich ab sofort das Goldsiegel an meinen Honiggläsern anbringen darf.
Im Moment habe ich 4 Dadant Magazine auf dem Garagendach.
Zudem helfe ich einem Imkerkollegen ganz in meiner Nähe bei seinen 12 Bienenvölkern im Schweizerkasten.
Meine Erfahrungen und Tipps für Neuimker
Bis jetzt habe ich sehr viel Freude am Imkern. Jedoch muss ich auch zugeben, dass es für einen Anfänger nicht ganz einfach ist mit dem Imkern zu starten. Wenn man niemanden in der Familie oder im Bekanntenkreis hat der bereits Imkert, ist es echt schwer den Überblick zu behalten. Zudem sind die Anschaffungskosten und der Platz für all das Material nicht ganz zu unterschätzen.
Zu Beginn des Grundkurses hatte ich noch überhaupt keine Bienen. Geschweige denn eine Ahnung für was für eine Beute ich mich entscheiden soll. Zudem gibt es je nach Anbieter andere Grössen der Magazine welche untereinander nicht kompatibel sind. Was brauche ich alles? Wo ist ein idealer Standort? Fragen über Fragen. Und dazu kommt noch, jeder Imker erzählt dir etwas anderes! Fragst du 10 Imker nach seiner Meinung, bekommst du meist 11 verschiedene Antworten!
Also du siehst es ist echt schwierig den Überblick im Imker Dschungel zu behalten! Jedenfalls für eine blutige Anfängerin wie ich es war.
Irgendeinmal habe ich mich dann für etwas entschieden. (Am Besten wählst du das Handelsübliche, was auch im Imkerverein in deiner Region angewendet wird). Und zwar relativ von jetzt auf sofort! Denn eine Imkerkollegin hat mich angerufen und mir erzählt, dass Sie einen Schwarm hat. Ich könne diesen haben! Also hopp hopp los los. Schnell ein Magazin mit allem Nötigen gekauft und die Behausung für mein erstes Volk bereit gemacht. Ein Schwarm!
Im Verlaufe des Frühlings bekam ich noch weitere Schwärme und ich hatte eine kurze Zeit lang sogar alle 4 Magazine belegt! Yeahyyyy…Naja die Freude hielt nicht sehr lange. Denn leider sind meine Völker zum Teil wieder geschwärmt. (Hierzu noch einmal Sorry und vielen Dank an meine sehr Bienenfreundlichen und verständnisvollen Nachbarn!) Eine Königin war buckelbrütig und eine ausgewechselte Königin wurde leider nicht akzeptiert und getötet.
Ihr seht, es war eigentlich ein ständiges auf und ab mit mir und meinen Völkern. Manchmal war ich super begeistert und hatte mega Freude, dass es den Völkern gut geht, schöne Brutnester hat und alles so toll klappt. Aber es gab auch Momente in welchen ich völlig entmutigt war: aggressives Volk, verstochenes Gesicht, Sturmschaden, den Schwärmen hinter her rennen… Da hätte man manchmal am liebsten alles hingeschmissen.
Fazit
Es braucht viel Geduld und Erfahrung. Man sollte sich von Misserfolgen nicht entmutigen lassen. Auch wenn es in den ersten ein- bis zwei Jahren vielleicht keinen Honig gibt. So wie bei mir!
Ein Anschluss in einem Verein und zu anderen Imkern in deiner Region sind ebenfalls sehr hilfreich!
PS: (Frage einfach nicht zu viele verschiedene Imker! 😉)
Es ist wie mit den Kindern oder mit der Hunde Erziehung. Es gibt kein richtig oder falsch. Jeder muss für sich herausfinden was für sich selbst geeignet ist und was nicht.
Also Ihr seht, Imkern ist super spannend und man lernt nie aus.